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Segellexikon - Sprechfunk


UKW-Sprechfunk – wie wird ein UKW-Gerät bedient, wie groß ist die Reichweite, und wie stellt man eine Sprechfunkverbindung mit Schiffen und Landstationen her?
 
Je höher die Antenne, desto mehr Reichweite. Zwei Jachten mit neun Meter Antennenhöhe können sich bis auf 15 Seemeilen noch gut erreichen. Küstenfunkstellen haben höhere Masten und deshalb bis zu 60 Seemeilen Reichweite. Gelegentlich gibt es Überreichweiten, auf die man sich aber nicht verlassen darf.
 
Achtung!
Kein Sprechfunk ohne Lizenz. Wer ein UKW-Gerät bedienen will, muss vorher die Prüfung bei der Bundespost bestehen (Wochenendlehrgänge gibt es bei allen Segelschulen). Nur Geräte mit FTZ-Nummer kaufen und vom Fachmann einbauen lassen. Die Post nimmt das Gerät ab und stellt kostenlos eine Genehmigungsurkunde aus, ohne die man nicht funken darf.
 
Schiff-Schiff-Verkehr
Abwicklung von Sprechverkehr zwischen zwei Schiffen
gebührenfrei
Anruf auf Kanal 16
Abwicklung auf anderen Kanälen, Sportboote vorzugsweise 69 oder 72, in Holland ist nur 67 erlaubt („Marifonie“)
Beispiel: Die Jacht „Windspiel“ ruft Kanal 16:
„Möwe, Möwe, Möwe, hier ist (engl. „this is“) Windspiel, Windspiel, Windspiel, over“
Möwe antwortet: “Windspiel, hier ist Möwe, bitte auf Kanal 69, over”
daraufhin schalten beide auf 69 und wickeln das Gespräch ab.
 
Besondere UKW-Kanäle
 
16
Not-und Anrufkanal
10 und 77
Schiff-Schiff-Kanal für Fischer
06
Internationaler Schiff-Schiff-Kanal
67 und 73
Schiff-Schiff-Kanal für Bagger
08
Berufsschiffe
69 und 72
Schiff-Schiff-Kanal für Jachten
09
Wasserschutzpolizei
 
 
13
Behördenfahrzeuge
 
 

 
 
Schiff-Land-Verkehr
Gespräche zwischen Schiffen und stationären Landstationen, ebenfalls gebührenfrei (nur vermittelte Telefongespräche mit Land-Teilnehmern kosten Gebühren).
alle Revierfunkstellen haben eigene UKW-Kanäle, nachzuschlagen im „Naut. Funkdienst Bd. IV“, Küstenfunkstellen können notfalls auch auf Kanal 16 angerufen werden. Man erfährt dann sofort den Arbeitskanal und kann umschalten.
 
 
Seefunkgespräch
– Wer ein UKW Sprechfunkgerät an Bord hat, kann jederzeit mit Teilnehmern an Land telefonieren, vorausgesetzt, es ist eine Küstenfunkstelle in der Nähe.
 
So geht man vor:
 Nächste Küstenfunkstelle herausfinden (darf maximal 30 Seemeilen entfernt sein, Arbeitskanal nachschlagen (in: Naut. Funkdienst Bd. I“)
eigenes Rufzeichen und Abrechnungsstelle merken
UKW-Gerät einschalten, Arbeitskanal wählen
den laufenden Sprechverkehr abwarten, niemals einfach drauflos senden. Grundsatz: ERST HÖREN, DANN SENDEN
Hörer abnehmen, Sprechtaste drücken und rufen. Wenn sich die Küstenfunkstelle nicht sofort meldet, sind die Funker überlastet. Abwarten und nach einer Weile nochmal probieren.
 
So meldet man das Seefunkgespräch an:
 
„Elbe Weser Radio, Elbe Weser Radio, Elbe Weser Radio, hier ist die Jacht Tiger, Tiger, Tiger Tango-Charlie-eins-drei-drei-sieben, ich möchte ein Gespräch anmelden, over.
 
„Tiger, hier ist Elba Weser Radio, gehen Sie bitte auf Kanal acht, over (beide schalten auf Kanal 8)
„Elbe Weser Radio, hier ist Tiger, over“
„Tiger, hier ist Elbe Weser Radio, wohin möchten Sie sprechen, over?“
„Elbe Weser Radio, hier ist Tiger, bitte Hamburg eins-neun-acht-vier, over“
„Tiger, hier ist Elbe Weser Radio, welche Abrechnungsstelle haben Sie, over?“
„Elbe Weser Radio, hier ist Tiger, meine Abrechnungsstelle ist Tango-Bravo-null-neun, over“
„Tiger, hier ist Elbe Weser Radio, das ist verstanden, bitte warten Sie“
 
(jetzt ertönt das Freizeichen und der gewünschte Teilnehmer in Hamburg meldet sich. Während des Telefongesprächs darf man auf der „Tiger“ die Sprechtaste nur beim Sprechen drücken, zum Hören wird sie losgelassen. Im Anschluss meldet sich noch einmal die Küstenfunkstelle.
 
„Tiger, hier ist Elbe Weser Radio, das waren sieben Minuten und zwanzig Sekunden. Haben Sie sonst noch Wünsche, over?“
 
„Elbe Weser Radio, hier ist Tiger, nein danke, das war alles, vielen Dank und auf Wiedersehen, out.
 
„over“ and „out“

Um Verwechslungen mit anderen Schiffgesprächen zu vermeiden, sollte jeder Wortmeldung immer der Anruf vorausgehen, auch wenn das etwas umständlich klingt. Das Wort „over“ am Ende jeder Wortmeldung signalisiert dem Gesprächspartner, dass nun er an der Reihe ist, seine Taste zu drücken und zu sprechen. Am Schluss des Gespräches sagt man statt „over“ einfach nur „out“, das heißt „Ende“ und braucht keine Erwiderung mehr.
 
Und so würde das Gespräch in englischer Sprache abgewickelt:

„Elbe Weser Radio, Elbe Weser Radio, Elbe Weser Radio, this is Tiger,
“Tiger, Tiger, Tango, Charlie one-three-three-seven, a telephone call to Germany please, over”
 
“Tiger, this is Elbe Weser Radio, please go to channel eight, over”
“Elbe Weser Radio, this is Tiger, the number is Hamburg one-nine-eight-four, over”
“Tiger, this is Elbe Weser Radio, your accounting authority please”
“Elbe Weser Radio, this is Tiger my account authority is Tango-Bravo-zero-nine, over”
Tiger, this is Elbe Weser Radio, wait a moment please) jetzt folgt das Telefonat, hinterher geht es weiter:)
„Tiger, this is Elbe Weser Radio, this was seven minutes and twenty seconds, anything else for you?“
 
“Elbe Weser Radio, this is Tiger, that was all, thank you good-bye, out.





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